Mein Senf zu Israel

Israel, Du bist mir ja ein Früchtchen

Israel ist das Land der kulinarischen Spezialitäten, doch es muss nicht immer alles geröstet, gebacken oder geschmort sein, um Verzückung hervorzurufen. Die vielen, teilweise Obst- und Gemüsesorten, die Israel zu bieten hat, sind ebenfalls Garanten für ein geschmackliches Wow-Erlebnis.

Anders als in Deutschland, wo der arglose Konsumer vor lauter Überangebot kaum noch weiß, welche Frucht zu welcher Jahreszeit gehört, kann man in Israel die Saison nach den Früchten bestimmen! Mit dem Wandel der Jahreszeiten tauchen die verschiedensten Obst- und Gemüsesorten auf den Marktständen auf, darunter auch solche, die man kaum kennt und die man im Supermarkt nie finden würde.

Auf dem Carmelmarkt in Tel Aviv, in den Marktgassen der Altstadt von Akko, auf dem Hadarmarkt oder im Wadi Nissnass von Haifa, in Buden am Wegesrand im Golan und im Galil, auf dem Machane Yehuda Markt in Jerusalem und ganz besonders auf den Treppen, die vom Damaskustor hinunter in die al Wad Straße der Altstadt führen, werden die frischesten Produkte, die Feld und Obsthaine hergeben angeboten. Wenn Sie also durch einen dieser Märkte schlendern lohnt es sich, die Augen offenzuhalten und einfach mal so eine Handvoll hiervon, ein halbes Kilo davon zu kaufen.

Damit sie wissen, wonach Sie wann Ausschau halten sollten, sind hier Obst- und Gemüsesorten den Monaten nach aufgelistet.

Orangen Israel
Orangenernte in Israel

Beginnend mit dem Januar fällt mir doch tatsächlich keine Frucht ein, die ganz genau im Januar reif wird. Aber es gibt noch die Spätsorten der Pekannüsse, und die Zitrusfrüchte sind jetzt garantiert vollreif, genauso wie Granatäpfel und Erdbeeren.

Jerusalem Damaskustor
Erdbeerverkäufer am Damaskustor

Im Februar sieht es so ähnlich aus wie im Januar. Zitrusfrüchte, Erdbeeren und Granatäpfel beherrschen die Obststände.

Jerusalem, Damaskustor
Palästinenserfrauen am Damaskustor

Der März ist der grüne Monat. Die Natur steht in vollem Saft und damit natürlich auch die vielfältigsten Grünpflanzen und Kräuter. Um das Damaskustor herum bieten Palästinenserfrauen an, was sie im Garten und in der Natur gesammelt haben. In all dem grünen Gewirr findet man Stockrosenblätter, die man wie Weinblätter füllen kann, Endivien, die nicht wie bei uns üblich als Salat frisch gegessen, sondern mit Zwiebeln in der Pfanne gebraten werden, Salbei, Minze und natürlich Satar, aus dem die Araber mit Sesam, Olivenöl, Zitronensaft und Salz ein herzhaftes, grünes Pulver zum Bestreuen der Piten zaubern.

Jerusalem, Damaskustor
Grüne Kichererbsen und grüne Mandeln

Im April ist es immer noch grün, doch hält der Monat zwei ganz besondere Delikatessen bereit. Die eine würzig und sauer, die andere nussig und süß: frische grüne Mandeln die man samt der Außenschale verzehrt und grüne Kirchererbsen, die man im Backofen bei 200 Grad für 10 Min mit etwas Salz röstet. Der Geschmack der Mandeln erinnert etwas an Sauerampfer, der der Kichererbsen an frische Erbsen, nur etwas nussiger eben.

Israel, Karkur
reife und halbreife Maulbeeren

Im Mai beginnt die Saison des Kernobstes. Man sieht die ersten Pfirsische, Nektarinen, Kirschen und Aprikosen. Auch die Maulbeeren werden gerade reif und wer das Glück hat, gerade dann an einem Maulbeerbaum vorbeizukommen, sollte die Gunst der Stunde unbedingt nutzen! Ein weiteres leckeres Früchtchen beginnt Ende Mai, die Mispel.

Jerusalem, Damaskustor
Misqaui-Aprikosen am Damaskustor

Unter den Aprikosensorten, die im Juni den Markt überschwemmen, haben die Misqaui den größten Auftritt. Die Früchte sind klein, rund, rötlich und grünlich-gelb, und sehen immer halb unreif aus. Allerdings steht ihr Aussehen in keinem Verhältnis zum Geschmack, der das Aroma von unsagbar guten, vollreifen Aprikosen hat. Zeitgleich gibt es haarige Gurken, die am leckersten sind, wenn man sie frisch, nur mit ein wenig Salz bestreut ißt. Der Geschmack ist der von Gurken mit einem süßlich-nussigen Beigeschmack. Auch die Kirschen sind jetzt vollreif und so süß, dass der Hals nach der vierten oder fünften Frucht zu kratzen beginnt.

Israel, Abu Gosh
haarige Gurken

Im Juli gibt es die ersten frischen Feigen. Gerade hoch oben im Galil in den Drusendörfern werden am Straßenrand Sorten verkauft, die klein und grün sind. Der Geschmack allerdings ist ausgezeichnet, süß, saftig und hocharomatisch. Auch die Früchte des Carobbaumes werden jetzt reif. Zwar kann man sie getrocknet das ganze Jahr über bekommen, doch vom Baum, wenn sie durch den Fruchtsirup noch leicht saftig sind, schmecken sie einfach unvergleichlich.

Jerusalem, Damaskustor
Mispeln

Im August werden an Bäumen, die man gut miteinander verwechseln kann zwei ganz unterschiedliche Früchte reif, Mangos und Avocados. Unter den Mangos ist die Sorte Maya die zelebrierteste. Man kann sie leicht an ihrer gelb-roten Schale erkennen. Bei den Avocados ist die Sorte “Hess“ am besten. Die Frucht ist eher rund und klein, die Schale ist hubbelig und von dunkelgrüner, fast schwarzer Farbe.

Tel Aviv, Carmelmarkt
Granatäpfel

Im September wird Rosch Haschana, das jüdische Neujahresfest gefeiert und die Frucht, die untrennbar dazugehört ist der Granatapfel. Man sagt, dass der Granatapfel genausoviele Kerne hat, wie die Thora Gebote nämlich 613. Der Verzehr des Granatapfels ist deshalb vom Wunsch begleitet, dass das neue Jahr soviele Verdienste wie der Granatapfel Kerne bereithalten möge.

Jerusalem, Altstadt, christliches Viertel
geröstete grüne Kichererbsen als Straßensnack

Wenn der Granatapfel im September noch ein wenig hell daherkommt, und man der Frucht die Gerbstoffe noch anmerkt, ist er im Oktober schon tiefrot , süß und saftig.

Im November beginnt die Pekannusssaison. Frische Pekannüsse sind eine Delikatesse, mit einem ganz feinen, leicht süßen Geschmack, der in nichts mit dem der Vorjahresfrüchte zu vergleichen ist.

Der Auftakt der Erdbeersaison ist im Dezember. Zwar kann man schon im November Erdbeeren kaufen, doch sind sie noch völlig überteuert und eher geschmacklos. Im Dezember dagegen haben die Früchte, wenn alles gutgeht, genug Sonne und Wasser abbekommen um richtig schön reif zu sein. Die besten Erdbeeren sind allerdings immer die, die der Biobauer für Marmelade aussortiert hat.

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