Totes Meer

Fährt man von Jerusalem geradewegs nach Südosten... Nun ja, geradewegs ist schwierig in diesem Fall, die Straße windet sich in steilen Kurven durch die malerischen Schluchten der Judäischen Wüste. Doch nach Kurve 101 erreicht man schließlich das Tote Meer und dort Qumran, den Fundplatz der berühmten 

Schriftrollen, den ältesten alttestamentlichen Texten die je entdeckt wurden. Streift man

durch die jahrtausende alten Ruinen kann man sich, umgeben von flirrender Hitze, Felsen und Höhlen, das asketische Leben der Essenersekte gut vorstellen.

Unten in der Ebene dagegen bebt die Erde. Im wahrsten Sinne des Wortes! Zwei tektonische Platten reiben aneinander, und während sich die arabische Platte mit Jordanien darauf zügig nach Norden schiebt, hinkt die afrikanische Platte und auf ihr Israel hinterher. Und auch horizontal geht es zur Sache. Das Tote Meer wird immer tiefer, das Moavgebirge im Osten und die Judäische Wüste im Westen werden immer höher. 

In der Oase von En Gedi kann man Steinböcke und Klippschliefer sehen und sich unter Wasserfällen und in natürlichen Quellbecken 

abkühlen. Danach lohnt es sich die uralte 

Synagoge dessen mysteriöse Inschriften sich vielleicht auf den Anbau des wohlduftenden 

Opobalsams beziehen, zu besuchen. 

Auf dem Felsplateau von Massada ließ sich König Herodes nicht einen sondern gleich zwei Winterpaläste errichten, und während er von der Terrasse seines Nordpalastes die spektakuläre Aussicht genoß, trank er vielleicht Wein aus Süditalien und aß süße Äpfel aus dem Golan, die in riesigen Hallen für jeden Ernstfall eingelagert waren.    

Zum Abschluß kann man in Kalia oder Neve Midbar im Toten Meer baden und danach die Haut mit einer Schlammpackung verwöhnen.